Freitag, 30. Mai 2008

Salta, yo vengo!

Der Winter ist ausgebrochen – jedenfalls glaubt man das, wenn man sich die Porteños ansieht. Eigentlich sind es ja noch 9°C, aber für die Leute hier sind das eben winterliche Temperaturen und daher wurden direkt mal Daunenjacken, Winterstiefel und Handschuhe ausgepackt. Ich habe heute sogar Leute gesehen, die den Schal bis zur Nase hochgezogen hatten. Meine Spanischlehrerin war direkt mal voll erkältet und fragte mich, ob mir nicht kalt wäre, weil ich noch mit Sommerjacke rumlaufe. Tja, die sind eben nichts gewöhnt, die Porteños – und das sage ich, der sonst immer als erste kalt ist :-D Morgen muss ich schon um 5:15 los zum Aeroparque Jorge Newberry – und dann geht’s los in Richtung SALTA!!! Bin mal gespannt. Fliege zwar alleine, aber sonst kann sich keiner frei nehmen…und entweder jetzt - oder nie! Am Mittwochabend bin ich zurück. Vielleicht habe ich aber auch im Hostel Gelegenheit, live von meinen Erlebnissen zu berichten, mal schaun. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und freue mich weiterhin über eure lieben Mails und die ein oder andere Postkarte, danke! Nur das Päckchen, auf das ich seit 4 Wochen warte, will nicht ankommen :-(

Mittwoch, 28. Mai 2008

25 de Mayo - la Revolución de Mayo de 1810

Wie ihr vielleicht schon auf meinen letzten Fotos gesehen habt – der Herbst ist eingekehrt mit grauem, ungemütlichen Wetter :-( Nachdem ich mir am Samstag das Museumsschiff „Fragata Presidente Sarmiento“ in Puerto Madero angeschaut habe, wollte ich noch ein wenig auf der Av. Florida und in den Galerías Pacífico einkaufen gehen. Auf dem Weg dorthin hörte ich jedoch, dass auf der Plaza de Mayo kräftig was los war – die Lautsprecher waren immerhin bis zum Hafen zu hören. Also habe ich einen kleinen Umweg genommen, weil ich neugierig war. Am Sonntag war der zweitwichtigste Nationalfeiertag, nämlich der 25 de Mayo, der an die Revolution zur Befreiung von den Spaniern 1810 erinnert. Vor der Catedral Metropolitana fand eine Messe unter freiem Himmel auf einer Bühne statt, inkl. drei Fernseh-Übertragungswagen. Der ganze Platz war voller Menschen. Viele hatten Nationalflaggen oder Transparente dabei und die Gebäuden ringsum waren ebenfalls mit Fahnen geschmückt. Ich fand es mal ganz spannend, zu sehen, wie hier die Messe gefeiert wird – immerhin sind 90 % des Landes katholisch (wenn auch nicht besonders streng gläubig). Jedenfalls wurde sogar die Nationalhymne gesungen und außerdem eine Marienstatue (sehr kitschig mit Stoffgewand) unter lautem Beifall durch die Menge in die Kirche getragen. La Presidenta Cristina (wie sie hier nur genannt wird) ist übrigens in Anbetracht der Crisis con el Campo nach Salta geflüchtet und hat dort ihre Rede zur Feier der Unabhängigkeit gehalten - und das, wo doch Buenos Aires der Mittelpunkt allen Geschehens im Lande ist…was soll man dazu sagen ;-) Ansonsten habe ich jetzt meine restliche Zeit hier weitestgehend verplant. Am Samstag fliege ich für 4,5 Tage nach Salta. Ich habe kurzfristig noch einen Billigflug ergattert – und zwar dank meines Studentenvisums zum Argentinierpreis, der nur die Hälfte (!) des Preises für Ausländer beträgt. Dort in Salta, im Norden von Argentinien, herrschen übrigens, ganz im Gegensatz zum kalten Patagonien, Kakteen und wüstenähnliche Landschaften vor. Die Península Valdes werde ich leider nicht mehr besuchen; aber man sagte mir im Reisebüro, dass die Wale erst Mitte Juni zurück kommen und auch die Pinguine momentan nicht da sind, weil sie im Winter wandern. Daher gibt es dort momentan nicht viel zu sehen. Iguazú steht aber noch auf meinem Programm. Dort werde ich in zweieinhalb Wochen mit meiner Mitbewohnerin Nora hinfahren – 16 bis 18 Stunden Busfahrt sind es – und zwar eine Strecke. Unsere WG hat sich übrigens ein wenig geleert: Nachdem Joe Anfang letzter Woche in Richtung Bolivien gestartet ist, ist gestern auch der französische Alex ausgezogen. Wie der Zufall es will, hat Helena heute ein deutsches Mädel bei einem DAAD-Treffen kennengelernt - und zufällig erfahren, dass diese am Freitag bei uns einzieht :-)

Montag, 19. Mai 2008

Das Barrio Chino und die Gaucho-Feria

In den letzten Tagen hat uns doch noch mal die Sonne mit herrlichen Temperaturen beehrt: 20 - 25 °C im Spätherbst. Allerdings sind diese Temperaturen wohl nicht normal für diese Jahreszeit – gracias al cambio climático ;-) Samstag waren wir im Barrio Chino (Chinatown). Treffpunkt war am Bahnhof „Belgrano“. Nach einer halben Stunde rief Connie, eine argentinische Bekannte, an und fragte, wo wir seien. Sie wäre am Bahnhof Belgrano; da wo die Schienen die Avenida Juramento kreuzen. Ja, auch Helena, Caro (die Belgierin) und ich waren am Bahnhof Belgrano - da wo die Schienen die Avenida Juramento kreuzen. Seltsam… Erst nach Austausch der Hausnummern auf Höhe der Gleise und einem zweiten Blick in den allzeit überlebenswichtigen „Guia T“ (Heftchen mit allen Karten, Straßen und Bussen von BsAs), fiel uns auf, dass es tatsächlich zwei verschiedene Bahnhöfe mit dem Namen „Belgrano“ gibt. Wir standen am „Belgrano R“, Connie am „Belgrano C“. Klingt komisch, is aber so. Dazwischen lagen glücklicher Weise nur 14 Cuadras, die mit dem Taxi schnell bewältigt waren. Dann konnten wir endlich das Barrio Chino unsicher machen, das allerdings nur 3 Cuadras groß ist. Zuerst waren wir bei einem weit bekannten Chinesen essen, dann in einem riesigen, chinesischem Supermarkt, wo wir uns mit Sushi und allen möglichen anderen Leckereien für einen gemütlichen Abend eingedeckt haben. In dem Supermarkt gab es allerlei seltsame Dinge zu kaufen – seht selbst auf meinen Fotos. Die Frischfleisch- und –fischtheke mit den Hühnerfüßen und noch lebenden Muscheln, aus denen eckliges Zeug rausquoll, war der Höhepunkt. Doch scheinbar gibt es tatsächlich Leute, die so etwas kaufen… Nach diesem Anblick war unser Bedarf fürs Erste gedeckt und wir machten uns auf den Weg zu Connie’s neuer Wohnung, um bei einem Mate ganz relaxt den freien Nachmittag zu genießen – typisch argentinisch eben. Heute bin ich dann mit Helena, Maria und ein paar ihrer Freunde an den Rand der Hauptstadt zu der Feria de Matadores gefahren. Dabei handelt es sich um einen großen Wochenendmarkt im Gaucho-Stil. Es wurde nicht nur typisches Handwerk, wie Lederwaren, Schmuck und Spezialitäten feil-, sondern auch ursprüngliche Gaucho-Musik dargeboten, zu der Leute mitten auf der Straße tanzten. Lamas und Männer im traditionellen Gaucho-Kostüm durften natürlich auch nicht fehlen. Noch 6 Wochen!!! Dann ist meine Zeit hier auch schon rum. Aber zugegeben, ich freu mich schon sehr darauf, euch endlich alle wieder zu sehen!! Vor allem natürlich Dich, René! Auch der ein oder anderen Annehmlichkeit in Deutschland schaue ich mit Freuden entgegen - und sei es nur eine „selbstverständliche“ Kleinigkeit wie ungechlortes Leitungswasser, eine richtige Bettdecke oder nicht lebensgefährlicher Straßenverkehr. Aber die restliche Zeit werde ich hier schon noch rumkriegen. Es steht ja noch jede Menge Arbeit für die Uni an. Das erste Examen Parcial habe ich übrigens mit 8 von 10 Punkten bestanden :-), aber vor den mündlichen Prüfungen auf Spanisch am Ende des Semesters graut es mir jetzt schon. Des Weiteren möchte ich unbedingt noch zu den Cataratas de Iguazú (den breitesten Wasserfällen der Welt) und wenn möglich zur Península Valdes zum Pinguine und Wale Gucken. Den ersten Schritt habe ich getan, mich gegen das Fiebre Amarilla impfen zu lassen. Nachdem von durch Gelbfieber verursachten Todesfällen berichtet wurde und hier das Gerücht umging, wegen einer Gelbfieber-Epidemie sei momentan in ganz Buenos Aires kein Impfstoff zu haben, habe ich mich doch dazu entschieden, da die Wasserfälle schon im gefährdeten Gebiet liegen. Widererwartend ging aber alles ganz einfach. Man spaziert einfach mit seinem Pass zur Impfstelle – und 5 min später hatte ich einen 10 Jahre anhaltenden Impfschutz und das zugehörige Impfzertifikat - vollkommen umsonst. Es kann also auch mal einfach und schnell gehen in diesem Land – trotz Wartemerkchen und Bürokratie.

Sonntag, 11. Mai 2008

Letzte Sonnenstrahlen im Paraná-Delta

Gestern hieß es: Raus aus der Stadt, rein in den Tren de la Costa und ab nach Tigre, eine Stunde nördlich von Buenos Aires. Der Tag war noch mal schön sonnig warm, aber es geht merklich auf den Herbst zu und wenn die Sonne untergegangen ist, wird es ganz schön kalt. Ihr könnt euch also freuen – ihr habt uns überholt ;-) Hm…wie gern würd ich jetzt die warmen Abende mit euch im Biergarten oder beim Grillen genießen… naja, das muss noch was warten… Jedenfalls ist Tigre eine nette kleine Vorstadt mit einen Markt im Puerto de los Frutos, über den wir geschlendert sind. Der Grund, warum die Porteños im Sommer übers Wochenende nach Tigre fahren, ist aber das Paraná-Delta, das hinter der Stadt beginnt. Kanäle ziehen sich durch das Delta, an deren Seiten die hübschen Ferienhäuser der Porteños stehen. Boote sind die einzigen Verkehrsmittel, denn Straßen gibt es im Delta nicht. Nora und ich sind mit einer Horde Einheimischer in einem Taxi-Boot durch das Delta gefahren. Man sagt einfach, wo man hin möchte und das Boot hält an den entsprechenden (privaten) Stegen. In „Tres Bocas“ konnten auch wir aussteigen und eine Runde über schmale Pfade an hübschen, oft bunten Häuschen an einem schmaleren Kanal entlang spazieren. Dabei haben wir, nachdem wir die erste Brücke überquert hatten, Bekanntschaft mit einem Hund gemacht, der sich sehr für unsere auf dem Markt erworbenen Schätze interessierte. Es war nichts Essbares dabei, aber er riss ungeachtet unserer Verteidigung unsere Tüte in Fetzen und lief mit Nora’s neuem Mate davon. Dann merkte auch der Hund, dass dieser nicht essbar war, hat ihn aber trotzdem mal zur Sicherheit ausgeschleckt…mmmh…, so kann’s gehen. Nachdem wir auch die letzten Sonnenstrahlen genossen und unzählige Fotos von den farbenfrohen Häuschen geschossen hatten, haben wir uns noch ein leckeres Quilmes auf einer Terrasse über dem Fluss gegönnt und dort auf unser Taxi-Boot gewartet, das uns wieder zurück nach Tigre brachte. Auf dem Heimweg haben wir aber nicht den Tren de la Costa, der sich als nicht sooo atemberaubend entpuppte, sondern den normalen, schnelleren Zug genommen. Den Abend haben Nora und ich dann noch in einer urigen Tango-Kneipe in unserem Viertel, Almagro, ausklingen lassen. Jetzt gleich werden wir uns unsere Bücher und spannende Uni-Texte schnappen und ein paar letzte Sonnenstrahlen in der Costanera Sur genießen. Der Naturschutzpark hinter dem Puerto Madero ist übrigens gut auf meinen Fotos aus der Luft erkennbar, die ich letzte Woche bei unserem Flug nach Calafate gemacht habe. Genießt auch ihr die Sonne - ihr habt sie verdient :-)

Mittwoch, 7. Mai 2008

Ushuaia - el fin del mundo

Heute stand in der Uni eigentlich der erste Midterm-Test in Geografía económica auf dem Plan. Jetzt schreiben wir ihn erst nächste Woche, weil ein paar Studenten „noch Zweifel hatten“. Wir zweifeln mehr an der Dozentin und ihrer Art, den Unterricht zu gestalten, aber gut – es ist ja nur noch ein halbes Semester, bis wir wieder was lernen dürfen (außer der spanischen Sprache) ;-) Jetzt hole ich aber endlich mal meinen Bericht über Ushuaia nach – ihr habt es den Fotos ja schon entnommen – auch diese beiden Tage waren grandios. Wir haben natürlich den „Parque Nacional Tierra del Fuego“ erkundet. Nach dem „Parque Nacional Los Glaciares“ stellte er sich jedoch als „harmlos“ heraus – will sagen, es gab jede Menge Kaninchen und einen Biberdamm; auch andine Adler in großer Anzahl ließen sich blicken; doch es waren eben „nur“ schöne, nicht atemberaubende Ausblicke - wie eben auf den Fitz Roy oder den Perito Moreno Gletscher. Jaja, es ist traurig – so schnell gewöhnt man sich an wunderbare Naturschauspiele ;-) Aber die „Cataratas de Iguazú“, die breitesten Wasserfälle der Welt an der Grenze zu Brasilien und Paraguay, stehen ja noch auf meinem Plan für die nächsten 53 Tage. Aber ich schweife ab… Doch, Ushuaia war definitiv eine Reise wert! Und das nicht, nur um sagen zu können: „Ich war am Ende der Welt!“. Die Stadt hat immerhin 53.000 Einwohner und bei einer einstündigen Busfahrt mit der ganz normalen Linie C, die uns in rasantem Tempo über holprige Straßen quer durch die Stadt auch an ärmeren Bezirken vorbei führte, konnten wir doch einen Eindruck der Stadt gewinnen, abseits vom gnadenlos vermarkteten Prädikat „die südlichste Stadt der Welt“ zu sein – was übrigens nicht einmal stimmt: Das zu Chile gehörende Puerto Williams auf der Isla Navarino liegt noch einige Kilometer weiter südlich. Nebenbei ist Ushuaia das „Tor zu Antarktis“, denn der Hafen ist mit ca. 1000 km Entfernung der nächste. Wer 4.000 US-$ übrig hat, kann hier mit Glück einen Platz auf einem Kreuzfahrtschiff ergattern. Wir haben jedoch ein 15-Personen-Boot vorgezogen, mit dem wir am Samstag morgen 4 Stunden durch den Beagle-Kanal geschippert sind. Nach einer durchzechten Nacht war Joe nicht im Stande, die Reise anzutreten und ließ seine Fahrkarte für 135 Pesos verfallen - unglaublich blöd. Naja. Wir hatten jedoch am Tag zuvor im Nationalpark Bekanntschaft mit einen Spanier und im Hostel mit einer Französin gemacht – so wurde es trotzdem eine lustige und ereignisreiche Bootstour. Es ging ganz nah vorbei am Leuchtturm „Faro les Eclaireurs“, dem Wahrzeichen der Stadt, sowie drei weiteren Inseln, nämlich der Isla Bridges, auf der wir Überreste der Yamaná-Kultur (Ureinwohner Feuerlands) und die einheimische Fauna gezeigt bekamen, der Isla de Pájaros mit einer Kormoran-Kolonie (Kormorane sehen aus der Ferne fast aus wie Pinguine :-) ) und - zum Höhepunkt – der Isla de los Lobos. Dort lebt eine Seehundkolonie!!! Schon im Hafen waren uns einige Seehunde gefolgt – wir konnten unser Glück kaum fassen! Vor und auf der Insel tummelten sie sich dann in Scharen. Mir war gar nicht bewusst, wie schnell sie sind, konnten sie doch ohne Mühe unserm Schiff folgen. Totaal coool!!!!!!! Ansonsten haben wir ein leckeres Essen in einem All-you-can-eat-Restaurant (span.: tenedor libre = „freie Gabel“ ???) und das dort heimische Cerveza Beagle genossen; wir haben uns vollkommen inoffizielle Stempel von Ushuaia und dem Ende der Welt in den Reisepass stempeln lassen und die restlichen Stunden vor unserm Abflug mit einer letzten Wanderung zum Cerro Martial und dem Pseudo-Gletscher Martial verbracht. In Ushuaia war es gar nicht mal so kalt – immerhin 10°C. Auf dem Berg lag jedoch noch Schnee und so war ich besonders beim extrem steilen Aufstieg über eine winzigen Pfad zum Wasserfall froh, warme und schneefeste Kleidung eingepackt zu haben.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Lamas, Gletscher und wunderschoene Aussichten

Zwei schoene, aber super anstrengende Tage in El Chaltén liegen hinter mir. Das Oertchen selbst ist winzig und wie eine riesige Baustelle. Es wurde erst 1985 gegruendet und ist damit die jüngste Stadt Argentiniens. Sie wurde damals aus dem Boden gestampft, um vor Chile Besitzansprueche geltend machen zu koennen und dient den Touristen und Wanderern als Zugang zum Nationalpark. Der Eintritt in denselbigen (uebrigens immer noch der “Parque Nacional Los Glaciares” - wie auch in Calafate, nur diesmal der Nordteil) ist aber umsonst und die Wanderwege beginnen direkt vor der Tuer. Am Dienstag sind wir gegen 12 Uhr mit dem Bus aus Calafate angekommen. So blieb uns bis Sonnenuntergang noch genuegend Zeit fuer eine 6-stuendige Wanderung zur Laguna Torre mit wunderschoener Aussicht auf den Cerro Torre und den Gletscher davor. Ganz schoen anstrengend - wenn man, wie ich, nicht ans Wandern gewoehnt ist, aber bei der atemberaubenden Landschaft den ganzen Weg ueber nimmt man das ja gerne auf sich :-) Und die 7-stuendige Wanderung zum Cerro Fitz Roy am naechsten Tag war dann fast ein Klacks - bis auf die erste Stunde, in der es fast ununterbrochen steil bergauf ging. Wir sind um halb neun, sobald es hell wurde, gestartet und konnten so den Sonnenaufgang in den Bergen erleben. Nachmittags war dann auch noch genug Zeit fuer einen Café Cortado und ein Stueck Tarta de Limón *mh* im Hostel, bevor unser Bus um 18.00 Uhr wieder nach Calafate abfuhr. Auf dem Rueckweg haben wir kurz Halt in einer Raststaette mitten in der Pampa gemacht – und ratet mal, was wir dort in der Stube vorgefunden haben: Ein zahmes Lama! Es ist den Besitzern zugelaufen und wohnt jetzt eben dort :-) Um 22.00 Uhr waren wir also zurueck in Calafate und 5 Stunden spaeter ging es auch schon weiter in Richtung Ushuaia. Insgesamt haben wir knapp 16 Stunden gebraucht fuer die 1000 km. Allerdings fahren alle Busse in den Sueden ueber Rio Gallegos. So mussten wir dort noch anderthalb Stunden im Busterminal warten, bevor wir umsteigen konnten. Der Weg fuehrte durch die endlosen Steppen Patagoniens. Unterwegs haben wir nicht nur jede Menge Schafe, sondern auch immer wieder wilde Lamas und zweimal auch Nandus gesehen. Auf Grund des Grenzverlaufs, mussten wir zweimal die chilenische Grenze ueberqueren, um nach Feuerland zu kommen. Dafuer habe ich aber jetzt nicht nur den argentinischen und den uruguayischen Stempel, sondern auch noch den chilenischen in meinem Pass :-) Aber nicht, dass es irgendwie moeglich waere, den argentinischen Ausreise- sowie den chilenischen Einreisestempel in einem Rutsch zu bekommen (wie das sonst der Fall ist) - nein, nachdem wir "ausgereist" waren, durften alle wieder in den Bus steigen, der uns dann 300 m weiter zur chilenischen Einreisebehoerde fuhr, wo alle wieder aussteigen mussten, um nach Chile "einzureisen". Die Einreisebestimmungen fuer Chile sind ziemlich streng, was Agrarprodukte etc. angeht. So mussten Aepfel und Kaesesandwiches noch schnell vor der Grenze vernichtet werden, bevor unser Handgepaeck durchleuchtet wurde. Anschliessend gings es mit dem ganzen Bus fuer 20 min auf die Faehre, um die "Estrecha de Magallanes", die Magellanstrasse, zu ueberqueren. Ich habe unterwegs einen kleinen Delfin gesichtet - die Fauna ist sooo toll hier :-) Dann war unsere 4-stuendige "Chile-Reise" auch schon wieder beendet und schliesslich sind wir am Ende der Welt angekommen, in Ushuaia. Morgen werden wir wohl erst mal in den 12 km entfernten Nationalpark "Parque Nacional Tierra del Fuego" fahren und dort etwas wandern und am Samstag vielleicht eine Bootstour durch den Beagle Canal machen, bei der es u.a. zu einer Insel mit einer Seehundkolonie geht. Samstag Abend geht unser Flieger zurueck ins warme Buenos Aires und die 8 Tage sind schon wieder rum. P.S.: Heute ist übrigens Halbzeit, Bergfest sozusagen: In 58 Tagen geht es wieder nach hause :-)