Mittwoch, 26. März 2008

Sonne, nichts als Sonne

Ich hab gehört, bei euch schneit’s? Tja, ich hab mir am Montag nen leichten Sonnenbrand geholt. Ja, ich hab es geschafft, meinen lang ersehnten Strandtag nachzuholen – zumindest fast. Bei strahlendblauem Himmel und an die 30°C haben Helena und ich am Montag fünf Stunden im Naturschutzgebiet „Reserva Ecológica Costanera Sur“ verbracht. Es sind von mir aus nur 7 Stationen mit der Subte (U-Bahn) und schon ist man in Puerto Madero, dem Hafenviertel. Da gibt es eine sehr schöne und langgezogene Promenade direkt an den 4 Hafenbecken (Diques) entlang und erst dahinter, zum Meer raus, liegt das Naturschutzgebiet. Ursprünglich sollte es in den 80ern, genau wie Puerto Madero selbst, mit hochmodernen, schicken Büro- und Wohngebäuden bebaut werden. Die Natur war jedoch schneller und so gibt es dort jetzt ein richtig großes und naturbelassenes Naturschutzgebiet; es komplett zu durchlaufen dauert 2,5 Stunden. Es ist einer der wenigen Orte in dieser riesigen Stadt, an dem es wunderbar ruhig ist und keine Großstadtgeräusche zu hören sind. Also, wenn man genug hat vom Lärm, von den Menschenmassen und der Reizüberflutung auf den Straßen von Buenos Aires, findet man hier den perfekten Ort, um ein paar Stündchen auszuspannen, wirklich sehr schön. Was uns besonders beeindruckt hat, war, dass durch die Pampasgrasweiten die riesigen, modernen Hochhäuser von Puerto Madero so nah schienen und man sich trotzdem wie mitten in der Pampa gefühlt hat…Großstadtdschungel eben. Außerdem ist es der einzige Ort in dieser Stadt, an dem man sich sicher mit dem Fahrrad fortbewegen kann. Und so kamen uns Horden von Radfahrern entgegen, die man auf den Straßen sonst vergeblich sucht. Mittendrin gibt es immer wieder Wiesenstücke – und so haben wir uns ein schönes Plätzchen gesucht und es uns auf unseren Handtüchern bequem gemacht. Dazu gab es süße Weintrauben und leckere Facturas (kleine Teilchen) – natürlich mit Dulce de Leche, der süßen Karamellcreme, der man hier wirklich überall begegnet, ob als Brotaufstrich, im Eis, im Gebäck oder zum Obst dazu. Mir ist zu Ohren gekommen, dass es Leute gibt, die so ein Glas Dulce de Leche in ein oder zwei Tagen verputzen ;-) Seit Samstag habe ich übrigens eine neue Mitbewohnerin. Sarah (aus der Schweiz) fliegt in zwei Wochen weiter nach Cuba und verbringt die restliche Zeit bei ihrem Freund. Dafür teilt sich Joe das Doppelzimmer jetzt mit Nora, 26, aus Berlin. Sonntag Abend waren wir übrigens mal wieder auf einer Feria. Von diesen Straßenmärkten, die immer jedes Wochenende stattfinden, gibt es hier in Buenos Aires laut Lonely Planet mindestens sieben – vier habe ich schon besucht – immer in verschiedenen Stadtteilen. Sie waren schon alle ähnlich, aber es lohnt sich trotzdem, die Unterschiede zu entdecken. Am Sonntag waren wir jedenfalls auf dem Feria Plaza Serrano in Palermo Viejo. Um den Platz herum, hatten die ganzen Bars geöffnet und waren vollgestopft mit Klamotten. Es ist mir zuerst gar nicht aufgefallen, dass es keine Klamottenläden, sondern Bars und Clubs waren, doch gegen acht packten dann die einzelnen Händler ihre Klamotten in große Koffer oder zogen einfach so mit den rollbaren Kleiderständern über die Straßen von dannen. Eine Sache wollte ich noch erzählen: Subte fahren, ist schon ein Erlebnis. Schon in Köln mögen die S- und U-Bahnen manchmal proppevoll sein, aber so viele Menschen, wie sich hier in die Subte quetschen – das ist echt unglaublich. Es bringt allerdings auch wenig, auf die nächste zu warten, die ca. 3,5 min später kommt, denn in der Rushhour ist jede Bahn so vollgestopft. Ansonsten, wenn es leerer ist, wird man oft (genau wie auch beim Warten in irgendwelchen Schlangen) von den Leuten angesprochen, wo man denn her kommt, was man so macht und wie einem die Stadt gefällt. Der ein oder andere fördert sogar ein Wörtchen Deutsch oder auch Englisch zu Tage. Das wird aber nicht als Anmache verstanden, sondern die Leute sind einfach freundlich und halten gern einen netten Plausch. Im Gegensatz dazu, wird einem auf der Straße des Öfteren hinterhergepfiffen oder „Hermosa, Hermosa!“ gerufen - selbst Polizisten sollen dieses Verhalten bei Zeiten an den Tag legen – aber aufdringlich wird trotzdem keiner und bedroht gefühlt hab ich mich bisher auch nicht. Ansonsten ziehen manchmal Gitarrenspieler, jonglierende Kinder oder ältere Herrschaften, die ihre Gesangskünste zum Besten geben, durch die Subte. Außerdem tauchen immer wieder Kinder auf (der Jüngste war vielleicht 6), die irgendwelche Dinge verkaufen. Von Stiften und Haargummis, über Groschenromane und Sticker bis hin zu Nähzeug und Adaptersteckern wird hier so einiges an die Leute gebracht. Die Kids flitzen durch die Subte und legen jedem ein Teil auf den Schoß; 2 min später sammeln sie alles wieder ein und wiederholen das Ganze im nächsten Wagen. Allerdings werden diese Leute nicht, wie das bei uns so oft der Fall ist, missbilligend angeschaut oder gar ignoriert, sondern man kauft hin und wieder etwas oder steckt den Künstlern eine Münzen zu. Ich finde, das ist auch so eine Sache, die hier ganz anders läuft, aber durchaus positiv zu sehen ist. Hier ist nicht jeder nur mit sich selbst beschäftigt, sondern man wird meistens sehr freundlich aufgenommen. So, Alex hat mal wieder eine Horde internationaler Studenten eingeladen, die er auf Reisen getroffen hat oder von der Uni kennt, und wird uns seine Kochkünste erneut präsentieren. Liebe Grüße an den Rest der Welt! Eure Saskia

Montag, 24. März 2008

Montevideo y Punta del Este

Erst mal wünsche ich Euch allen Frohe Ostern! Ich habe hier eigentlich nichts vom Osterfest mitbekommen – außer dass in der Semana Santa alle Welt verreist und somit alles ausgebucht ist und dementsprechend auch die Preise angehoben werden. Aber dank lieber Menschen aus meiner Heimat, ist auch bei mir ein wenig Osterstimmung aufgekommen (s. die ersten Fotos im neuen Album). Ich habe das Wochenende mit zwei meiner Mitbewohner, Joe und Sarah, in Uruguay verbracht. Die beiden mussten aus dem Land aus- und wieder neu einreisen, um weitere 90 Tage Aufenthalt in Argentinien zu bekommen. Joe’s drei Monate waren zwar schon seit einem Monat abgelaufen, aber mit 50 Pesos lässt sich das Problemchen am Ausreiseschalter beheben – so einfach ist das hier. Ich brauchte mein Touristenvisum ja jetzt nicht mehr, wie geplant, verlängern, dank meines neuen Studentenvisums, aber mal ein Wochenende aus der Großstadt rauszukommen, war auch ganz schön. Freitag Morgen mussten wir eine Stunde vor Abfahrt, also um 7.00 Uhr in der Früh *gääähn*, am Terminal von Buquebus im Hafenviertel Puerto Madero sein. Wie sich herausstellte, hatten wir uns da eine sehr luxuriöse Fährverbindung rausgesucht. 100 € für eine 3-stündige Fahrt mit einer Schnellfähre nach Montevideo hin und zurück waren nicht allzu teuer, wie wir fanden, aber wahrscheinlich hätten wir es auch billiger haben können. Naja, es war kurzfristig gebucht, von daher schon okay. Jedenfalls hatten wir eine Fähre erwischt, mit der größtenteils die High Society der Argentinier unterwegs war und so konnten wir auf der Hinfahrt von unserm Platz aus all die modebewussten Porteños (Einwohner von Buenos Aires) beobachten, die sich stundenlang im Duty Free Shop aufhielten… wir hatten unsren Spaß ;-) Der erste Blick auf Montevideo vom Schiff aus mit strahlendblauem Himmel versprach ein superschönes Strandwochenende. Darin hatten wir uns allerdings getäuscht. Am Buquebus-Terminal war es so voll, dass wir dachten, wir sind clever und nehmen uns ein Taxi von der Hauptstraße vor dem Hafen aus. Wir wunderten uns schon über die Schranke und Kontrollposten am Ausgang – 5 Minuten später wussten wir dann auch, warum der Eingang so gesichert wurde: Kaum hielten wir am Straßenrand nach dem nächsten Taxi Ausschau, da waren wir auch schon von einer Horde Straßenkinder umzingelt, die uns beklauen wollten. Die Jungs waren so zwischen 8 und 10 Jahren, aber es waren viele und sie sind so dreist und schnell, dass man die Situation nicht unterschätzen darf. Wir hatten das Glück, dass direkt ein Taxi kam und der Taxifahrer uns geholfen hat. Die Kinder griffen sogar durchs offene Taxifenster nach unseren Sachen. Aber der Fahrer gab Vollgas und das Ganze ist noch mal gut gegangen. In solchen Momenten merkt man wieder, wie arm das Land wirklich ist und wie krass die Unterschiede manchmal sind. Unser Hostel, das „Red Hostel“, in Montevideo war vollkommen in Ordnung und zwei Nächte lässt es sich für 13 US $ pro Nacht (inkl. Frühstück und Free Internet) auch in einem 10-Bett-Zimmer aushalten, wenn man sowieso den ganzen Tag unterwegs ist. Abends im Hostel hat sich mal wieder unser völlig vorurteilsfreies Bild der typischen US-Amerikanerin gefestigt. Zuerst fanden wir den Abend ja noch ganz lustig, aber als die Anzahl der Amis in unserem Zimmer schließlich von 3 auf 8 anstieg, war es uns dann doch irgendwann zu anstrengend… die waren einfach so laut, aufmerksamkeitserheischend und selbstverliebt – und wenn dann auch noch der Alkoholpegel steigt und jeder Zug beim Kartenspiel mit „You motherfucker“ kommentiert wird, also dann ist es wirklich Zeit, ins Bett zu gehen… Montevideo stellte sich als nicht allzu faszinierend heraus, allerdings waren auch an Karfreitag die Geschäfte geschlossen und unsere Zeit äußerst begrenzt. Im Gegensatz zu Buenos Aires schien die Stadt mit seinen immerhin 1,2 Millionen Einwohnern geradezu übersichtlich, verkehrsberuhigt und ausgestorben. Mit Köln ist sie jedenfalls nicht vergleichbar. Nachmittags konnten wir noch ein langersehntes Stündchen im Bikini am Strand verbringen. Allerdings war es um halb sechs dann schon zu kühl und zum Schwimmen gehen hat es leider auch nicht gereicht :-( Zu unserer großen Enttäuschung schlug das Wetter am Abend von einem strahlendblauen Himmel in einen Regenguss, Gewitter und Sturm um… und am nächsten Morgen war der Himmel wolkenverhangen. Um elf kamen wir nach 2-stündiger Busfahrt in Punta del Este an. Aber auch hier war das Wetter unverändert und die Sonne hat sich den ganzen Tag kaum blicken lassen. Richtig blöd war allerdings der starke Wind. Wir konnten zwar zwei Stunden am Strand verbringen, aber leider nur in Pulli und Jeans. Dabei sind ein paar lustige Fotos entstanden – und ihr seht, es war wiiirklich windig und kalt (man beachte die immer wiederkehrenden Strandtücher, die sich trotz fehlendem Strandwetter als äußerst nützlich erwiesen). Den Rest der Zeit sind wir durch die Hauptstraße des Örtchen mit seinen Souvenirläden, Restaurants und Cafés geschlendert und schließlich schon zwei Stunden früher als geplant nach Montevideo zurückgefahren. Dort angekommen waren wir im gleichen Restaurant essen wie am Abend zuvor, denn es war soooo super gemütlich, mit einem riesigen Parilla (Grill), auf dem das Fleisch direkt vor unseren Augen zubereitet wurde. Wir haben alles fotografisch festgehalten und so Bekanntschaft mit der total netten Kellnerin geschlossen. Mein zweites argentinisches Steak (Bife de Lomo) hat das erste nochmals übertrumpft! Dazu gab es gegrilltes Gemüse, ein süßes Kartoffelpüree und natürlich Vino tinto. Am zweiten Abend hab ich mich für Lachs mit süßer Currysauce und Cremé Brulée als Postre entschieden… unglaublich lecker alles!!! Es lohnt sich wirklich schon allein wegen den kulinarischen Genüssen nach Argentinien zu kommen! (Okay, hier war es Uruguay, aber die Zubereitungsart war schon dieselbe.) So kurzfristig, wie wir unseren Kurztrip geplant hatten, so schnell war er auch schon wieder zu ende. Sonntag Morgen ging es um 12:15 mit der Buquebus-Fähre zurück ins schöne, laute, große Buenos Aires. Aber ich gebe die Hoffnung auf einen schönen Strandtag noch nicht ganz auf…

Freitag, 21. März 2008

Argentinische Bürokratie und Stadtrundfahrt

Gestern hatte ich wieder meine Freuden mit der argentinischen Bürokratie: Ich musste mit weiteren Auslandsstudenten der UMSA zur Dirección Nacional de Migraciones, um mein Studentenvisum zu beantragen. Treffpunkt: 8:15 in der Frühe…aber als ich dort ankam, wusste ich schon, warum so früh: Das Gebäude sah aus wie zwei große Lagerhallen - und alles voller Menschen, die zwischen den Schaltern herumstanden bzw. warteten und warteten und warteten. Wie überall in Argentinien, musste man natürlich auch hier Nümmerchen ziehen (jaaa, bei uns kennt man das nur aus dem Rathaus – hier muss man aber auch in der Post, im Reisebüro, in der Bäckerei, in der Eisdiele…eigentlich überall Nümmerchen ziehen– jaaa, die Argentinier lieben Waaaarten). Naja, da wir glücklicherweise mit einer Mitarbeiterin vom Auslandsamt der UMSA da waren, kamen wir auch relativ schnell dran – weil sie quasi eine Beamtin für uns reserviert hatte und die Probleme hielten sich in Grenzen…hatte ich zumindest gehofft. Als ich dran war, konnte ich natürlich die ganzen geforderten Unterlagen, die ich so brav in den letzten zwei Wochen gesammelt hatte, vorzeigen. Aber das wäre ja zu einfach gewesen. Auf meinem frisch erworbenen argentinischen Führungszeugnis hatten die beim Amt meine Passnummer verdreht. Bei den wunderschönen neuen Reisepässen (mit gespeicherten Fingerabdrücken) werden nämlich für die Passnummer nicht nur Ziffern, sondern auch Buchstaben verwendet – was hier irgendwie jeden verwirrt. Naja, jedenfalls hatte ich damals schon auf den Fehler aufmerksam gemacht; mir wurde jedoch – wie sollte es auch anders sein – bestätigt, das wäre kein Problem und ginge halt nicht anders. Tja, die nette Frau vom Migrationsbüro sah das natürlich anders. Also durfte ich mit dem Taxi in Begleitung eines Hochschulmitarbeiters zum Amt fahren, um den Fehler beheben zu lassen, aber bitte „Rápido, rápido!“. Widererwartend ging es dort ganz schnell, dank meiner Begleitung trotz der Menschenmassen (mit Wartenümmerchen), und 15 Minuten später saß ich wieder im Taxi mit dem neu ausgestellten Führungszeugnis. Und um kurz vor 12, dreieinhalb kurzweilige Stunden später, war ich dann stolze Besitzerin eines argentinischen Studentenvisums. Nach diesem wunderschönen Start in den Tag, entschloss ich mich, endlich die lang ersehnte Stadtrundfahrt mit dem Open-Top-Bus zu machen, da ich nun auch schon mal ganz in der Nähe des Abfahrtortes war. Die verbleibenden zwei Stunden habe ich dann in einem gemütlichen Café mit einem kleinen Mittagessen, einem doppelten Café Mocca, einem superleckeren Lemon Pie und einem guten Buch verbracht. Die anschließende Stadtrundfahrt in den Süden der Stadt war dann auch richtig gut, inkl. Infos über Kopfhörer und zwei Zwischenstopps. Es ging durch die Innenstadt, über die Avenida 9 de Julio - „die breiteste Straße der Welt“ - am Obelisco vorbei zum ersten Stopp am Plaza de Mayo. Weiter ging es durch San Telmo und La Boca, vorbei am berühmten Fußballstadion der Boca Juniors, La Bombonera. In La Boca war dann auch der zweite Stopp, wo wir durch El Caminito, den berühmten Straßenzug mit den bunten Häusern, laufen konnten. Fälschlicherweise werden diese oft als Markenzeichen der Stadt ausgegeben; man findet sie jedoch nur in diesem einen Straßenzug im Arbeiterviertel La Boca, der äußert touristisch aufgezogen ist. Sich El Caminito mal anzusehen, war trotzdem schön – schaut euch einfach die Fotos an. In den angrenzenden Straßen des Viertels soll man sich übrigens gar nicht erst aufhalten, vor allem natürlich nachts nicht – diese Warnung ist tatsächlich ernst zu nehmen und taucht beispielsweise auch im Lonely Planet als „La Boca Warning“ auf. Das Ende der Tour ging dann durch das schicke Hafenviertel Puerto Madero, das erst 1998 erbaut wurde. Dort, am Yachthafen, war ich heute auch mit Helena. Diese Fotos kann ich allerdings erst nächste Woche einstellen, weil ich keinen Fotoapparat dabei hatte… Gestern Abend hat Alex, mein bulgarischer Mitbewohner, für uns alle und 4 weitere Mädels (denen er wohl mächtig imponieren wollte) gekocht. Es war sein erster eigenständiger Kochversuch, für den er vorgestern unter Anleitung zweier Mädels geprobt hat. Naja, das Ergebnis war entsprechend: Das Risotto schmeckte angebrannt und der Salat sowie die Obstspieße mit Dulce de Leche waren auch nix besonderes (bin ich nicht fies). Trotzdem war es ein sehr lustiger Abend in gemütlicher, internationaler Runde (sehr europäisch geprägt, aber eine Argentinierin war auch dabei) und mit leckerem, argentinischen Vino tinto. Habe ein paar Fotos davon in das Album mit den WG-Bildern gestellt. So, jetzt geh ich aber schlafen. Morgen muss ich schon um halb sechs raus, weil wir um 7 am Hafen sein müssen und dann geht’s für zweieinhalb Tage nach Uruguay und hoffentlich an den Strand und ins Meer :-))) Ich wünsche euch allen frohe Ostertage!

Dienstag, 18. März 2008

Cementerio de la Recoleta

Hallo ihr lieben Leute in der Ferne! Wie versprochen, heute mehr zu unseren gestrigen Erlebnissen auf dem „Cementerio de la Recoleta“. Das war schon eine seltsame Erfahrung, anderthalb Stunden über einen Friedhof zu laufen, auf dem sich Mengen von weiteren Touristen bewegen, und ungewöhnliche Fotos zu schießen. Aber das ist hier normal, der Friedhof ist tatsächlich eine bekannte Touristen“attraktion“ und der Besuch hat sich schon gelohnt – denn so was hab ich echt noch nie gesehen. Nichts erinnert an einen deutschen Friedhof. Man betritt das riesige Gelände durch das protzige Eingangsportal und bekommt erst mal für 4 Pesos eine Karte des Friedhofes angeboten, auf der jedes „wichtige“ Grab eingezeichnet ist, inklusive Rundgang. Ja, es gibt sogar Führungen. Helena und ich wollten uns allerdings lieber alleine umschauen. Man geht rein und sieht als erstes einen von Bäumen gesäumten Weg…das ist allerdings schon das einzige Grün auf dem gesamten Friedhof. Man fühlt sich wie in einer kleinen Stadt. Man geht durch kleine Straßen von haushohen Mausoleen (Gräbern, wie auch immer) gesäumt – alles aus Marmor oder ähnlich kostspieligen Materialien. Ein Grab ist prunkvoller als das andere. Hier liegen nur die Reichsten der Reichen und alle wichtigen Persönlichkeiten (wie Generäle, Präsidenten) des Landes. Diese werden hier übrigens grundsätzlich an ihrem Todestag, nicht an ihrem Geburtstag, gefeiert. Höhepunkt war natürlich die Grabstätte der berühmten María Eva Duarte de Perón, Evita (deren Geschichte bei uns durch das den gleichnamigen Film mit Madonna…don’t cry for me, Argentina… berühmt geworden ist). Diese haben wir allerdings erst ganz zum Schluss nach einem Blick auf die Karte am Eingang gefunden – gut versteckt in einer engeren Gasse, eines der „weniger“ prunkvollen Gräber. Als wir dort ankamen, drängelten sich allerdings die Touristen in der engen Gasse, um einen Blick zu erhaschen und Fotos zu schießen. Es ist wirklich unbeschreiblich, dieser Prunk auf dem Friedhof. Man sagt: „Es ist billiger, sein ganzes Leben lang in Luxus zu leben, als auf dem Cementerio de la Recoleta begraben zu liegen.“ Schaut euch einfach die Fotos an und seht selbst. Und man wird doch das seltsame Gefühl nicht los, dass man da eigentlich über einen Friedhof läuft, während man die prunkvollen Bauten bewundert… Über Ostern fahre ich übrigens mit Sarah und Joe, meinen Mitbewohnern, für drei Tage mit der Fähre nach Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Den Samstag werden wir in Punta del Este verbringen, dem „Sylt des Rio de la Plata“ – und das bedeutet zum ersten Mal hier Strand und im Meer baden :-)

Montag, 17. März 2008

Vorlesungen auf Spanisch

Meine erste Vorlesungswoche ist vorbei. Im krassen Gegensatz zu meinem Stundenplan an der EUFH habe ich hier für die nächsten vier Monate nur dienstags, donnerstags und freitags, jeweils von 19.00 bis 22.00 Uhr Vorlesungen. Aber ich finde, dass muss auch mal sein :-) Schließlich möchte ich ja auch noch was Zeit haben, Stadt und Umgebung zu erkunden. Ab Anfang April kommt dann noch mein Spanischkurs mit 2 mal wöchentlich 90 min dazu. Eigentlich blöd, dass er erst so spät anfängt - immerhin sind unsere Vorlesungen alle auf spanisch – aber es sind wohl noch nicht alle internationalen Studenten anwesend (es sind schätzungsweise 30 an der ganzen Uni, hauptsächlich Amis). Die erste Vorlesung in Geografía Económica (Wirtschaftsgeografie), war top: In den drei Stunden hab ich erst mal kaum was verstanden. Der argentinische Akzent weicht doch sehr von dem Spanisch ab, dass wir in der Schule / FH gelernt haben und so fällt mir das Verstehen immer noch relativ schwer. Die Dozentin spricht zudem auch noch ziemlich leise. Die beiden weiteren Vorlesungen in Economía Internacional (Internationale Wirtschaft) und Comercialización Estratégica (Strategisches Marketing) erwiesen sich jedoch als weitaus besser. Hier konnte ich den Dozenten sehr gut folgen. Es ist natürlich auch leichter, wenn man sich keinen stundenlangen Vortrag anhören muss, sondern der Stoff an Hand von Beispielen an der Tafel durchgegangen wird. Hinzukam, dass wir den Stoff dieser beiden Vorlesungen auch schon komplett kannten: Erstere befasste sich mit unseren altbekannten Freunden Adam Smith und David Ricardo und Letztere mit den uns nicht gaanz unbekannten 4 P’s des Marketing-Mixes. Na mal schauen, wie es nächste Woche weitergeht... Heute Nacht wurde hier übrigens die Zeit auf argentinische Winterzeit umgestellt. Das heißt, die Zeitverschiebung beträgt nicht mehr, wie bislang, 3 Stunden, sondern jetzt sind es 4 Stunden – allerdings nur für zwei Wochen; dann wird ja auch in Deutschland die Uhr umgestellt – allerdings auf Sommerzeit – und es sind sogar 5 Stunden Zeitverschiebung. Morgen mehr zu unseren heutigen Erlebnissen auf dem berühmten "Cementerio de la Recoleta", dem lt. Lonely Planet "Buenos Aires' Number-One-Event".

Sonntag, 16. März 2008

Einschreibung an der UMSA

Seit dem letzten Eintrag ist uns die Sonne nicht mehr von der Seite gewichen - jeden Tag ein strahlend blauer Himmel und gestern war’s besonders warm. Da lässt sich die Zeit natürlich am besten in einem der vielen schönen Parks in Buenos Aires verbringen :-) Gestern waren wir z.B. im Botanischen Garten in Palermo. Zum auf der Wiese in der Sonne sitzen war es ein schönes Plätzchen, aber sonst hatte er nicht so viel zu bieten. Ich habe noch ein paar Fotos dem letzten Album hinzugefügt – also schaut am besten immer mal wieder rein, wenn ihr meine neuesten Eindrücke sehen wollt. Und da seht ihr es auch – wie versprochen…tadadadaaa…mein erstes echt argentinisches Steak! Und es war wirklich lecker!!! Und das sag ich - wo ich sonst Steaks u.ä. überhaupt nicht mag. Doch gegen die super leckeren Empanadas kommt auch das argentinische Steak bei mir nicht an ;-) Anfang dieser Woche hat unser Semester begonnen und wir hatten die ersten Vorlesungen. Bei der ersten Vorlesungen war ich allerdings anwesend, obwohl es mir strengstens verboten war (das habe ich allerdings erst im Nachhinein so gesagt bekommen)…die Mitarbeiter der Uni sind hier wirklich sehr freundlich und zuvorkommend und jeder weiß, was der andere tut – alles total organisiert…dass ich nicht lache…ich habe mich eine Woche lang versucht einzuschreiben, am Montag durfte ich dann tatsächlich auch den Einschreibungsbogen ausfüllen und sollte am Dienstag dann die Studiengebühren zahlen und meine Kurse wählen. Natürlich war ich dafür auch am Dienstag vor der ersten Vorlesung da – allerdings konnte mich weder die Frau an der Kasse noch die im Sekretariat des Studiengangs im System finden. Obwohl ich dort am Tag zuvor persönlich vorgestellt worden war, meinte die überaus freundliche Frau, sie könne leider nichts für mich tun und ich sollte noch einmal zu Melany von der Auslandskooperation gehen…die hatte natürlich schon Feierabend. Also dachte ich mir: Gut, geh halt jetzt zum Kurs und regele die Formalitäten am nächsten Tag. Uuuh, waren die böse, als sie erfuhren, dass ich es gewagt hatte, zum Kurs zu gehen, bevor ich gezahlt hatte. Naja, war mir dann auch egal, schließlich hat es dann mittwochs doch noch geklappt und jetzt bin ich völlig legal für dieses Semester an der UMSA immatrikuliert. Nachher erfahrt ihr dann mehr über meine ersten Vorlesungen auf spanisch… Hasta luego!

Montag, 10. März 2008

Auf Entdeckungstour

Unglaublich, ich bin schon fast sechs Tage hier…die Zeit verfliegt nur so. Aber langsam gewöhne ich mich an diese Stadt, die auf den allerersten Blick erst mal nur riesig, laut und dreckig erscheint. Riesig…ja, 3 Millionen Einwohner und im Großraum BsAs sogar 12 Millionen – das ist etwas anderes als das „kleine, überschaubare Köln“… Laut… der Verkehr ist extrem, unglaublich viele Taxen und Busse. Verkehrsregeln? Die sind hier überflüssig ;-) Zebrastreifen gelten nichts; Fußgänger müssen sehen, wo sie bleiben… Dreckig… Abgase, Hundedreck wohin man schaut, Mülltüten werden einfach vor die Tür gestellt… Laut… der Verkehr, die Menschenmassen… Aaaaaaaber…weeeiiit gefehlt. Buenos Aires ist sehr kontrastreich und unglaublich faszinierend. Da wechseln sich heruntergekommene Gebäude mit alten, superschönen Gebäuden ab; es gibt viele Parks und Grünstreifen mitten in der Stadt; die Menschen sind wirklich hilfsbereit (wenn man z.B. nach dem Weg fragt) und freundlich (in jedem Geschäft wird man erst mal mit „Hola! Cómo estás?“ begrüßt)… die Stadt hat einfach ein ganz eigenes Flair. In den letzten Tagen habe ich hier schon so viele tolle Orte gesehen und trotzdem erst so wenig von dieser riiiiesigen Stadt. Ich lasse einfach mal die Fotos sprechen. Nachdem ich den späten Mittwochnachmittag nach meiner Ankunft und den Donnerstag erst mal mit dem Einholen der restlichen Dokumente für die Einschreibung an der Uni verbracht hatte, bin ich anschließend zum Plaza de Mayo spaziert, um auch mal ein paar Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen. Ein Flecken Grün, mitten im Microcentro, mit dem Casa Rosada - dem Regierungsgebäude (Ja, es ist rosa!) - am einen Ende und vielen historischen Gebäuden (z.B. dem Rathaus und der Kathedrale, aber auch der Banco de la Nación) drum herum. Freitag durfte ich mein argentinisches Führungszeugnis in Empfang nehmen und meinen Pass zur Übersetzung bei der von der Uni genannten Übersetzerin vorbeibringen. Wie sich herausstellte, übersetzt sie eigentlich englischsprachige Dokumente und kann kein Wort deutsch. So hat sie mich erst mal gefragt, was die Eintragungen „Deutsch“, „Stadtteil“ und „Blau“ bedeuten. Dafür bekommt sie morgen, wenn ich das übersetzte Dokument abhole, 70 Pesos. Anschließend muss ich es dann noch bei den „Traductores publicos“ für 35 Pesos beglaubigen lassen :-) Und daaaann - wenn meine neue argentinische Versichertenkarte denn eingetroffen ist - kann ich mich endlich bei der UMSA einschreiben, meine Studiengebühren loswerden und meine Kurse wählen. Und am Dienstag beginnen dann die Vorlesungen… Gestern (Samstag) als ich gegen 10:30 aufgewacht bin, schien doch tatsächlich zum ersten Mal die Sonne, seit ich in Buenos Aires bin. Ich habe mich natürlich super gefreut und dachte mir: Das ist die Gelegenheit, um mal ein bisschen braun zu werden. ;-) Also haben Helena und ich uns um 15:00 im Park auf der Plaza San Martín verabredet. Aber – es kam, wie es kommen musste – um 15:00 war der Himmel wolkenverhangen und unser Plan somit gestrichen. Wir wollten jedoch den schönen Tag nicht ungenutzt verstreichen lassen und sind kurzentschlossen zum Jardín Zoológico nach Palermo im Norden der Stadt gefahren. Im Eintritt von umgerechnet 3,20 € waren der Eintritt in das (zugegeben relativ kleine) Aquarium, Terrarium und Tropenhaus inbegriffen. Der Zoo ist relativ groß (aber nix im Vergleich zum Kölner Zoo) und auch ganz nett gestaltet. Allerdings sahen der eine Tiger, der eine Braunbär, der eine Eisbär, der eine Gepard, der eine äääähhh.….. doch recht traurig aus. Aber die Nutrias (Biberratten) und patagonischen Maras (Pampashasen), die frei herum liefen und sich streicheln ließen, waren schon richtig klasse. Der ach so sonnige Tag ging am Ende unseres Zoobesuches in einen dicken Regenschauer über, so dass ich klitschnass zuhause angekommen bin. Um 22:00 gings dann wieder los, um die argentinische Küche zu testen. Wir trafen uns mit einem US-amerikanischem Mädel, das Helena auf ihrer Reise getroffen hatte, und deren Freundin in einem supergemütlichen Restaurant namens Cumaná im Stadtteil Recoleta. Wie sich beim auf dem Stadtplan suchen herausstellte, ist genau dieses im Lonely Planet (Reiseführer) empfohlen – es konnte dort also nur super lecker schmecken! Mein erstes echt argentinisches Steak lässt leider noch auf sich warten, aber dafür gab es Empanadas, Cazuelas (argentinische Eintopfgerichte) und argentinischen Vino Tinto für knapp 4 € pro Person. Und ja, dieses Restaurant gehört definitiv in einen Reiseführer!!! Der Plan für danach war, das argentinische Nachtleben kennenzulernen. Leider begingen Helena und ich den Fehler, den amerikanischen Mädels zu folgen. Die wollten unbedingt das Basketballspiel ihres College-Teams sehen und so landeten wir in einer Sportsbar voller Amis… DAS war unser Kulturschock für den gestrigen Tag. Unsere Rettung war die SMS von Maria, der anderen Kommilitonin von der EUFH in BsAs , und so sind wir noch für zwei Stündchen in eine Bar (mit jeder Menge Einheimischen) in Las Cañitas gefahren. So endete der Abend doch noch glücklich gegen 4 Uhr mit einer äußerst billigen Taxifahrt nach hause. Heute folgten wir einem anderen Tipp des Lonely Planets und haben uns den sonntäglich stattfindenden „Feria de San Telmo“ angesehen. Ursprünglich handelte es sich dabei um einen Antiquitätenmarkt. Dieser bildet auch heute noch den Mittelpunkt auf dem Plaza Dorrego, doch der Markt hat sich in alle Richtungen im Stadtteil San Telmo ausgebreitet. Neben offensichtlich touristischen Teilen gibt es einen Teil, in dem Künstler ihre Werke ausstellen, auf den Straßen legen Händler ihre Ware aus (Lederwaren, Schmuck, Kleidung - einfach alles), überall gibt es Stände, an denen Popcorn, gebrannte Mandeln oder frisch gepresster O-Saft verkauft wird (…das ist mal ne Zusammenstellung); die Cafés und Antiquitätengeschäfte des Viertels haben geöffnet und dazwischen sieht man überall Straßenkünstler. Dabei handelt es sich teilweise um sehr ursprüngliche Künstler, wirklich klasse. Die versprochenen Tangovorführungen auf der Straße haben wir leider noch nicht dort gesehen; aber vor der Iglesia de Nuestra Señora de Belén spielte eine Tango-Band. Zwei Kinder (vielleicht 11 Jahre alt) begannen dann, zu der Musik Tango zu tanzen… das Mädel in einem schicken rotes Kleid, dazu beide in Turnschuhen… :-D, aber die hatten’s echt drauf! Wir sind gut zweieinhalb Stunden über den Markt gelaufen und haben trotzdem nicht alles gesehen. Und dann… kam doch tatsächlich noch die Sonne zum Vorschein :-)

Fotos von meinem Zimmer und der WG

Mein Zimmer ist zwar noch nicht endgültig zu meiner Zufriedenstellung eingerichtet, aber ich habe brav alles fotografisch festgehalten - wie gewünscht mit Vorher-Nachher-Effekt – und jetzt ist es wirklich ganz gemütlich.

Freitag, 7. März 2008

Angekommen :-)

Hallo ihr lieben Leute in der Heimat, erst mal vielen vielen Dank für die liebe Verabschiedung, die Briefe, die kleinen Geschenke und die ganzen Mails!! Das war unglaublich toll!!! Auch wenn dann der Abschied erst mal noch ein wenig schwerer fällt... ;-), aber dann fühlt man sich nicht ganz so alleine am Anfang,jaa... :-))) Habe schon in den ersten Mails an meine Family und am Telefon mit René versucht, die ganzen ersten Eindrücke zu erzählen, aber es sind einfach zu viele...deswegen alles nach und nach... Mit meinem Flug hatte ich echt Glück, heute sind wohl super viele Flüge wegen des Streiks gecancelt worden. Es fing schon gut an beim Gepäck aufgeben: Mein Koffer wog 27 kg (anstatt 20kg) und das Handgepäck hat sich nach Einpacken der Verpflegung und der ganzen Geschenke von 9 kg (zuhause) auf 13 kg vergrößert. Aber die nette Frau am Schalter von Iberia ließ sich dann doch überreden, eine Ausnahme zu machen (ich sag’s auch nicht dem Mann, der vor mir eine riesige Reisetasche als Handgepäck ausgeben wollte ;-) ) – so habe ich nichts mehr dazu bezahlt, Glück gehabt! Der Flug war dann super. In Madrid am Flughafen hab ich ein deutsches Mädel getroffen, die nach Santiago de Chile weiterreiste. So haben wir zwei meiner dreieinhalb Stunden Wartezeit zusammen verbracht. Der 13-stündige Flug weiter nach Buenos Aires ging auch ganz schnell vorbei… und nein, mit Iberia fliegen war echt okay ;-): Das Essen war in Ordnung, von der Beinfreiheit her auch, und das Personal war freundlich…was will man mehr? Am Flughafen in Buenos Aires ging auch alles ganz schnell, so dass ich Helena, die mich widererwartend doch abholen konnte (was ich nicht wusste), leider verpasst hab. In meiner zukünftigen WG in der Avenida Diaz Velez 3471, 2do piso, wurde ich dann total freundlich in Empfang genommen. Leider wurde mein Zimmer gerade noch renoviert und man wusste auch nicht, wie lange noch. Aber, gute Nachricht: das Internet funktioniert einwandfrei. Nach ca. anderthalb Stunden war es dann doch soweit. Nach und nach wurden noch ein Schränkchen, ein Stuhl und eine Garderobe aus der restlichen Wohnung meiner Zimmereinrichtung hinzugefügt und morgen bekomme ich noch Vorhänge. Mit der Renovierung hatten sie sich wohl beeilt – der Boden war blitzblank, aber die Regale und den Schreibtisch zierten eine schöne weiße Staubschicht. Also hab ich mir vor dem endgültigen Kofferauspacken erst mal etwas Putzzeug besorgt ;-) Morgen werd ich noch ein paar Fotos aufhängen und spätestens dann ist es doch ganz gemütlich. Dann werde ich einen Vorher-Nachher-Vergleich in das Fotoalbum einstellen und auch Fotos der restlichen Wohnung folgen. Ich habe 4 Mitbewohner: Alex aus Bulgarien, Sarah aus der Schweiz, Joe aus England und Alex aus Frankreich, alle super nett. Da einerseits die Spanisch-, andererseits aber auch die Englischkenntnisse weit auseinander driften, reden wir hier bisher ein wildes Mischmasch *g*, aber wir verstehn uns. Lukas, der Freund von Alex, kann super kochen, so dass ich hier gestern schon eine leckere Spaghetti-Kreation und heute typisch argentinische Empanadas (Teigtaschen mit Füllung, hier einem Gemisch aus Hühnchen, Gemüse, Ei…) genießen durfte. Warm gegessen wird allerdings selten vor 22:00… Ansonsten ist es mit meinem Spanisch so, dass Lesen und Schreiben super klappt, Sprechen geht auch noch, aber das super schnelle, stark vom spanischen abweichende argentinische Castellano ist schon schwierig zu verstehen und fordert äußerste Konzentration, wenn man z.B. von einer netten älteren Dame aus dem Auslandsamt der Uni zugelabert wird….naja, das wird schon noch. Ich hatte heute direkt schon einen Spanisch-Einstufungstest an der Uni. Der stellte sich als nicht besonders schwierig heraus - Ergebnis kommt am Montag, aber es dient auch nur der Einordnung in einen Spanischkurs. Jaa, ich war gestern direkt schon bei der Uni, um mich einzuschreiben…“Tienes toda la documentación?!?“ – „Sí, claro…“ - dafür bin ich doch wochenlang durch die Gegend gelaufen, um Beglaubigungen der Beglaubigungen (Apostille) etc. einzuholen. Aber von wegen, mir fehlt jetzt noch das argentinische Führungszeugnis der letzten 5 Jahre (Hallo, ich bin gestern zum allerersten Mal auf diesem Kontinent eingereist!), dann die Übersetzung meines Passes (Jaaa, die wollen „Name/surname/nom“ oder „Pass-Nr./Passport No./Passport No“ etc.ins Spanische übersetzt haben – sonstige englische Dokumente von mir haben sie aber verstanden ;-) ) samt Beglaubigung, dass die von der Uni ausgewählte (!) Übersetzerin, auch richtig übersetzt hat, sowie eine Krankenversicherung (die deutsche gilt für sie nicht) samt Arztbesuch, dass ich gesund bin (was mir mein deutscher Hausarzt auch bereits unterschrieben hat). Also werde ich in der ersten Woche hier erst mal beschäftigt sein… und da soll noch mal jemand sagen, Deutschland wäre das Land der Bürokratie. Sooo, ich werde mal versuchen, ein paar Fotos hochzuladen, morgen dann hoffentlich mehr zu meinen ersten Eindrücken von Buenos Aires. Ganz liebe Grüße an alle, die an mich denken! Ich freue mich über eure Nachrichten / Mails / Grüße!!! Saskia P.S.: Erreichbar bin ich jetzt auch über Skype: SaskiaO1207