Montag, 24. März 2008
Montevideo y Punta del Este
Erst mal wünsche ich Euch allen Frohe Ostern! Ich habe hier eigentlich nichts vom Osterfest mitbekommen – außer dass in der Semana Santa alle Welt verreist und somit alles ausgebucht ist und dementsprechend auch die Preise angehoben werden. Aber dank lieber Menschen aus meiner Heimat, ist auch bei mir ein wenig Osterstimmung aufgekommen (s. die ersten Fotos im neuen Album).
Ich habe das Wochenende mit zwei meiner Mitbewohner, Joe und Sarah, in Uruguay verbracht. Die beiden mussten aus dem Land aus- und wieder neu einreisen, um weitere 90 Tage Aufenthalt in Argentinien zu bekommen. Joe’s drei Monate waren zwar schon seit einem Monat abgelaufen, aber mit 50 Pesos lässt sich das Problemchen am Ausreiseschalter beheben – so einfach ist das hier. Ich brauchte mein Touristenvisum ja jetzt nicht mehr, wie geplant, verlängern, dank meines neuen Studentenvisums, aber mal ein Wochenende aus der Großstadt rauszukommen, war auch ganz schön.
Freitag Morgen mussten wir eine Stunde vor Abfahrt, also um 7.00 Uhr in der Früh *gääähn*, am Terminal von Buquebus im Hafenviertel Puerto Madero sein. Wie sich herausstellte, hatten wir uns da eine sehr luxuriöse Fährverbindung rausgesucht. 100 € für eine 3-stündige Fahrt mit einer Schnellfähre nach Montevideo hin und zurück waren nicht allzu teuer, wie wir fanden, aber wahrscheinlich hätten wir es auch billiger haben können. Naja, es war kurzfristig gebucht, von daher schon okay. Jedenfalls hatten wir eine Fähre erwischt, mit der größtenteils die High Society der Argentinier unterwegs war und so konnten wir auf der Hinfahrt von unserm Platz aus all die modebewussten Porteños (Einwohner von Buenos Aires) beobachten, die sich stundenlang im Duty Free Shop aufhielten… wir hatten unsren Spaß ;-)
Der erste Blick auf Montevideo vom Schiff aus mit strahlendblauem Himmel versprach ein superschönes Strandwochenende. Darin hatten wir uns allerdings getäuscht.
Am Buquebus-Terminal war es so voll, dass wir dachten, wir sind clever und nehmen uns ein Taxi von der Hauptstraße vor dem Hafen aus. Wir wunderten uns schon über die Schranke und Kontrollposten am Ausgang – 5 Minuten später wussten wir dann auch, warum der Eingang so gesichert wurde: Kaum hielten wir am Straßenrand nach dem nächsten Taxi Ausschau, da waren wir auch schon von einer Horde Straßenkinder umzingelt, die uns beklauen wollten. Die Jungs waren so zwischen 8 und 10 Jahren, aber es waren viele und sie sind so dreist und schnell, dass man die Situation nicht unterschätzen darf. Wir hatten das Glück, dass direkt ein Taxi kam und der Taxifahrer uns geholfen hat. Die Kinder griffen sogar durchs offene Taxifenster nach unseren Sachen. Aber der Fahrer gab Vollgas und das Ganze ist noch mal gut gegangen. In solchen Momenten merkt man wieder, wie arm das Land wirklich ist und wie krass die Unterschiede manchmal sind.
Unser Hostel, das „Red Hostel“, in Montevideo war vollkommen in Ordnung und zwei Nächte lässt es sich für 13 US $ pro Nacht (inkl. Frühstück und Free Internet) auch in einem 10-Bett-Zimmer aushalten, wenn man sowieso den ganzen Tag unterwegs ist.
Abends im Hostel hat sich mal wieder unser völlig vorurteilsfreies Bild der typischen US-Amerikanerin gefestigt. Zuerst fanden wir den Abend ja noch ganz lustig, aber als die Anzahl der Amis in unserem Zimmer schließlich von 3 auf 8 anstieg, war es uns dann doch irgendwann zu anstrengend… die waren einfach so laut, aufmerksamkeitserheischend und selbstverliebt – und wenn dann auch noch der Alkoholpegel steigt und jeder Zug beim Kartenspiel mit „You motherfucker“ kommentiert wird, also dann ist es wirklich Zeit, ins Bett zu gehen…
Montevideo stellte sich als nicht allzu faszinierend heraus, allerdings waren auch an Karfreitag die Geschäfte geschlossen und unsere Zeit äußerst begrenzt. Im Gegensatz zu Buenos Aires schien die Stadt mit seinen immerhin 1,2 Millionen Einwohnern geradezu übersichtlich, verkehrsberuhigt und ausgestorben. Mit Köln ist sie jedenfalls nicht vergleichbar. Nachmittags konnten wir noch ein langersehntes Stündchen im Bikini am Strand verbringen. Allerdings war es um halb sechs dann schon zu kühl und zum Schwimmen gehen hat es leider auch nicht gereicht :-( Zu unserer großen Enttäuschung schlug das Wetter am Abend von einem strahlendblauen Himmel in einen Regenguss, Gewitter und Sturm um… und am nächsten Morgen war der Himmel wolkenverhangen. Um elf kamen wir nach 2-stündiger Busfahrt in Punta del Este an. Aber auch hier war das Wetter unverändert und die Sonne hat sich den ganzen Tag kaum blicken lassen. Richtig blöd war allerdings der starke Wind. Wir konnten zwar zwei Stunden am Strand verbringen, aber leider nur in Pulli und Jeans. Dabei sind ein paar lustige Fotos entstanden – und ihr seht, es war wiiirklich windig und kalt (man beachte die immer wiederkehrenden Strandtücher, die sich trotz fehlendem Strandwetter als äußerst nützlich erwiesen). Den Rest der Zeit sind wir durch die Hauptstraße des Örtchen mit seinen Souvenirläden, Restaurants und Cafés geschlendert und schließlich schon zwei Stunden früher als geplant nach Montevideo zurückgefahren. Dort angekommen waren wir im gleichen Restaurant essen wie am Abend zuvor, denn es war soooo super gemütlich, mit einem riesigen Parilla (Grill), auf dem das Fleisch direkt vor unseren Augen zubereitet wurde. Wir haben alles fotografisch festgehalten und so Bekanntschaft mit der total netten Kellnerin geschlossen. Mein zweites argentinisches Steak (Bife de Lomo) hat das erste nochmals übertrumpft! Dazu gab es gegrilltes Gemüse, ein süßes Kartoffelpüree und natürlich Vino tinto. Am zweiten Abend hab ich mich für Lachs mit süßer Currysauce und Cremé Brulée als Postre entschieden… unglaublich lecker alles!!! Es lohnt sich wirklich schon allein wegen den kulinarischen Genüssen nach Argentinien zu kommen! (Okay, hier war es Uruguay, aber die Zubereitungsart war schon dieselbe.)
So kurzfristig, wie wir unseren Kurztrip geplant hatten, so schnell war er auch schon wieder zu ende. Sonntag Morgen ging es um 12:15 mit der Buquebus-Fähre zurück ins schöne, laute, große Buenos Aires. Aber ich gebe die Hoffnung auf einen schönen Strandtag noch nicht ganz auf…
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1 Kommentar:
Hey Große,
voll schöne Fotos..
Hoffe bei dir ist alles klar?!
Genieß die zeit und vorallem das wetter:-))
Wir haben SCHNEE..voll kalt..grrrrr;-(
Herzlich verschneite Ostergrüße
Bussi
Janina**
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