Montag, 7. April 2008
Endlich! Straßentango in San Telmo
Schon wieder fünf Tage vorbei seit meinem letzten Eintrag…die Zeit vergeht wie im Flug. Mittlerweile hab ich den ersten Monat voll und ein Viertel der Zeit ist rum.
Am Freitag hatte ich hier meine erste Spanischstunde und sie war echt gut. Die Lehrerin ist nett und nur ein paar Jahre älter als ich. Ich musste natürlich viel Spanisch sprechen – wie soll es auch anders sein bei Einzelunterricht – und in der nächsten Stunde bekomme ich die Kursinhalte. Aber ich denke, das wird ein guter Kurs, in dem ich in den 3 Monaten wirklich viel lernen kann :-)
Letzten Mittwoch war hier schon wieder ein Feiertag, diesmal zum Gedenken an die Gefallenen im Krieg um die Falklandinseln (hier aber bloß nicht „Falkland Islands“, sondern immer nur „Islas Malvinas“!). Naja, jedenfalls wollten Helena, Maria und ich den freien Tag nutzen, um uns den japanischen Garten in Palermo anzusehen und anschließend Sushi essen zu gehen. Der Eingang war nicht auf der Karte eingezeichnet und der Garten selbst kleiner als erwartet. So sind wir anderthalb Stunden durch die Palermo-Parks gelaufen, bis wir dann tatsächlich mal den Eingang zum Jardín Japonés gefunden hatten. Da war es fünf vor sechs. Und um sechs machte der Park zu, jaaa. Also haben wir ein Taxi zu einem Sushi-Restaurant in Palermo Viejo genommen…der Fahrer war doch tatsächlich ein Japaner und freute sich, dass wir japanisch essen gehen wollten. Machen wir es kurz: Das Restaurant öffnete erst um acht und unseren japanischen Tag müssen wir ein anderes Mal nachholen. Wir waren aber trotzdem lecker essen.
Unterwegs haben wir übrigens einen Barbiestore inkl. „Barbie Beauty Center“ gefunden - ganz in Pink mit pinker Einrichtung, pinken Kleidchen für kleine pink-liebende Mädchen, einem Café mit pinken Keksen und einem rosa-pinken Barbie-Auto davor; und dann roch es auch noch im ganzen Laden nach einem kaugummimäßig-pinkem Barbie-Parfüm *aaaaaaaaaaaahhhh*. Aber es war schon wieder so extrem, dass wir uns dieses Phänomen unbedingt näher anschauen und es fotografisch dokumentieren mussten. Die Barbies haben hier übrigens "argentinische" Gesichter - sind aber trotzdem groß, blond und hellhäutig - so gar nicht argentinisch :-)
Kurz vorher wurden wir auf der Straße von einer französischen Touristin etwa gleichen Alters angesprochen, die uns erst ganz fasziniert angesehen hatte und uns dann fragte, ob wir nicht Lust hätten, mal mit ihr wegzugehen, weil sie unbedingt ihr Deutsch verbessern wolle. Ääh, ja. Es gibt schon Sachen hier…
Interessant ist hier auch das Dienstleistungsangebot. So sieht man des Öfteren Angestellte aus Cafés / Bars / Restaurants mit einem Tablett (z.B. mit Kaffee und Kuchen) über die Straße eilen; unsere Lieblingseisdielenkette hat eine Kolonie „Pizzataxi“-Fahrräder (na, ihr wisst schon, was ich meine); eine Maschine Wäsche waschen, trocknen und bügeln lassen kostet in der Lavandería 8 Pesos (derzeit 1,60 €). Am besten gefällt mir aber der Service vom Coto-Supermarkt bei mir um die Ecke: Da kann man ganz normal einkaufen und – anschließend lässt man sich die Sachen nach hause bringen…sehr praktisch, wie ich finde, so muss ich nicht jeden zweiten Tag den 5-Liter-Wasserkanister (+ sonstige Einkäufe) die viereinhalb Cuadras nach hause schleppen. Bedingung ist lediglich, dass nur innerhalb von 5 Cuadras geliefert wird und man mindestens 100 Pesos (20 €) da lässt. Da zahle ich die 3 Pesos für diesen Service doch gerne :-)
Heute bin ich, wie so oft sonntags, über eine Feria geschlendert – diesmal wieder über die Feria de San Telmo. Und eeendlich…dort habe ich richtigen Straßentango zu Gesicht bekommen…hach, war das toll!!! Mitten auf der Plaza Dorrego, umgeben von den ganzen Ständen, die Antiquitäten verkaufen, war eine Fläche mit Tanzmatten ausgelegt. Aus großen Boxen wurde ununterbrochen Tango gespielt. Drumherum saßen und standen jede Menge Leute (relativ wenig Touristen, aber viele Einheimische), freuten sich der Show und genossen ihren Mate (grüner Tee - yerba mate - getrunken aus einem bauchigen Gefäß - dem mate (meist aus einem Kürbis - der calebaza – geschnitzt) - mit einem metallenen Röhrchen mit eingebautem Sieb – der bombilla – ein sehr geselliges Ritual der Argentinier…ihr erinnert euch…?). Anfangs tanzten mehrere Pärchen - Umstehende, die gerade Lust hatten, ihre Tangokünste zum Besten zu geben…schon eine tolle Atmosphäre…aber dann gab es auch eine professionelle Show eines Pärchens…wirklich atemberaubend, das lässt sich nicht auf Fotos festhalten! Ich habe bestimmt anderthalb Stunden an der Plaza Dorrego gestanden und zugeschaut...
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1 Kommentar:
Hallo Saskia,
stöbere schon mal öfter auf Deiner Seite. Ich bin immer ganz fasziniert über Deine Berichte und Fotos aus Buenos Aires und "Umgebung".
Die Fotos vom Straßen-Tango sind superklasse!
Viele Grüße aus Sindorf
Gisela.
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