Donnerstag, 1. Mai 2008
Lamas, Gletscher und wunderschoene Aussichten
Zwei schoene, aber super anstrengende Tage in El Chaltén liegen hinter mir. Das Oertchen selbst ist winzig und wie eine riesige Baustelle. Es wurde erst 1985 gegruendet und ist damit die jüngste Stadt Argentiniens. Sie wurde damals aus dem Boden gestampft, um vor Chile Besitzansprueche geltend machen zu koennen und dient den Touristen und Wanderern als Zugang zum Nationalpark. Der Eintritt in denselbigen (uebrigens immer noch der “Parque Nacional Los Glaciares” - wie auch in Calafate, nur diesmal der Nordteil) ist aber umsonst und die Wanderwege beginnen direkt vor der Tuer. Am Dienstag sind wir gegen 12 Uhr mit dem Bus aus Calafate angekommen. So blieb uns bis Sonnenuntergang noch genuegend Zeit fuer eine 6-stuendige Wanderung zur Laguna Torre mit wunderschoener Aussicht auf den Cerro Torre und den Gletscher davor. Ganz schoen anstrengend - wenn man, wie ich, nicht ans Wandern gewoehnt ist, aber bei der atemberaubenden Landschaft den ganzen Weg ueber nimmt man das ja gerne auf sich :-) Und die 7-stuendige Wanderung zum Cerro Fitz Roy am naechsten Tag war dann fast ein Klacks - bis auf die erste Stunde, in der es fast ununterbrochen steil bergauf ging. Wir sind um halb neun, sobald es hell wurde, gestartet und konnten so den Sonnenaufgang in den Bergen erleben. Nachmittags war dann auch noch genug Zeit fuer einen Café Cortado und ein Stueck Tarta de Limón *mh* im Hostel, bevor unser Bus um 18.00 Uhr wieder nach Calafate abfuhr.
Auf dem Rueckweg haben wir kurz Halt in einer Raststaette mitten in der Pampa gemacht – und ratet mal, was wir dort in der Stube vorgefunden haben: Ein zahmes Lama! Es ist den Besitzern zugelaufen und wohnt jetzt eben dort :-)
Um 22.00 Uhr waren wir also zurueck in Calafate und 5 Stunden spaeter ging es auch schon weiter in Richtung Ushuaia. Insgesamt haben wir knapp 16 Stunden gebraucht fuer die 1000 km. Allerdings fahren alle Busse in den Sueden ueber Rio Gallegos. So mussten wir dort noch anderthalb Stunden im Busterminal warten, bevor wir umsteigen konnten. Der Weg fuehrte durch die endlosen Steppen Patagoniens. Unterwegs haben wir nicht nur jede Menge Schafe, sondern auch immer wieder wilde Lamas und zweimal auch Nandus gesehen.
Auf Grund des Grenzverlaufs, mussten wir zweimal die chilenische Grenze ueberqueren, um nach Feuerland zu kommen. Dafuer habe ich aber jetzt nicht nur den argentinischen und den uruguayischen Stempel, sondern auch noch den chilenischen in meinem Pass :-) Aber nicht, dass es irgendwie moeglich waere, den argentinischen Ausreise- sowie den chilenischen Einreisestempel in einem Rutsch zu bekommen (wie das sonst der Fall ist) - nein, nachdem wir "ausgereist" waren, durften alle wieder in den Bus steigen, der uns dann 300 m weiter zur chilenischen Einreisebehoerde fuhr, wo alle wieder aussteigen mussten, um nach Chile "einzureisen". Die Einreisebestimmungen fuer Chile sind ziemlich streng, was Agrarprodukte etc. angeht. So mussten Aepfel und Kaesesandwiches noch schnell vor der Grenze vernichtet werden, bevor unser Handgepaeck durchleuchtet wurde.
Anschliessend gings es mit dem ganzen Bus fuer 20 min auf die Faehre, um die "Estrecha de Magallanes", die Magellanstrasse, zu ueberqueren. Ich habe unterwegs einen kleinen Delfin gesichtet - die Fauna ist sooo toll hier :-) Dann war unsere 4-stuendige "Chile-Reise" auch schon wieder beendet und schliesslich sind wir am Ende der Welt angekommen, in Ushuaia.
Morgen werden wir wohl erst mal in den 12 km entfernten Nationalpark "Parque Nacional Tierra del Fuego" fahren und dort etwas wandern und am Samstag vielleicht eine Bootstour durch den Beagle Canal machen, bei der es u.a. zu einer Insel mit einer Seehundkolonie geht. Samstag Abend geht unser Flieger zurueck ins warme Buenos Aires und die 8 Tage sind schon wieder rum. P.S.: Heute ist übrigens Halbzeit, Bergfest sozusagen: In 58 Tagen geht es wieder nach hause :-)
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1 Kommentar:
Hallo Saskia,
einfach nur grandios die Fotos von Deiner Reise ans "Ende der Welt".
Gruß Gisela
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